Vom Foto zum Shirt: So entsteht ein RuLa-Druckkunst-Motiv
Jedes Motiv bei RuLa Druckkunst beginnt nicht am Rechner und nicht im Lager, sondern draußen in Speyer
– mit einem Foto und der Frage: Wie bekomme ich das auf ein Shirt?
Zwischen dem ersten Blick durch die Kamera und dem fertigen Shirt in der Hand liegen acht Arbeitsschritte, reine Handarbeit, keine Digitaldruck-Abkürzung.
Hier zeige ich euch den ganzen Weg.
1. Das Foto – der Ausgangspunkt
Alles beginnt mit einem Spaziergang durch Speyer und einem Motiv, das mich nicht mehr loslässt – meistens der Dom, manchmal das Altpörtel oder eine andere Ecke der Stadt Speyer, die ich jeden Tag sehe und trotzdem immer wieder neu entdecke.
Ich mache nicht nur ein Foto, sondern mehrere: aus verschiedenen Winkeln, mit unterschiedlichem Licht, bis eine Aufnahme dabei ist, die genau die Stimmung einfängt, die später auf dem Shirt landen soll.
2. Die Idee – aus dem Foto wird ein Plan
Ein gutes Foto ist noch kein Druckmotiv.
An dieser Stelle entscheide ich, was aus dem Bild werden soll: Wird der Dom zur reduzierten Linienskizze, zur kontrastreichen Illustration oder zu einem verspielten Statement-Motiv?
Diese Entscheidung bestimmt den gesamten weiteren Weg, denn im Siebdruck zählt nicht jedes Detail des Originalfotos – gefragt sind klare Formen und Flächen, die sich später sauber drucken lassen.
3. Digitalisieren für den Druck
Jetzt wird gezeichnet.
Das Foto dient mir als Vorlage, während ich das Motiv am iPad von Hand nachzeichne und in eine Illustration übersetze.
Hier entsteht der eigentliche künstlerische Schritt: aus einem Foto vom Speyerer Dom wird eine eigene Interpretation, eine Linie nach der anderen, bis die Skizze so aussieht, wie ich mir das fertige Shirt vorstelle.
4. Folie drucken und vorbereiten für die Schablone
Ist die Skizze fertig, wird sie auf eine transparente Druckfolie gebracht – tiefschwarz und randscharf, denn genau diese Folie entscheidet später, wie präzise das Motiv auf dem Shirt aussieht.
Jede kleine Unschärfe an dieser Stelle würde sich im fertigen Druck wiederfinden, deshalb wird hier genau kontrolliert.
5. Die Schablone vorbereiten und anfertigen
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Entfetten:
- Der Siebdruckrahmen wird gründlich gereinigt und entfettet, damit die Beschichtung im nächsten Schritt gleichmäßig haftet und mehrere drucke standhält.
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Beschichten:
- Auf das feine Gewebe des Rahmens wird eine lichtempfindliche Emulsion aufgetragen – dünn und gleichmäßig, denn davon hängt später die Druckqualität und Haltbarkeit der Schablone ab.
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Belichten:
- Im abgedunkelten Raum wird die Folie mit dem Motiv exakt auf dem beschichteten Rahmen platziert und unter UV-Licht belichtet. Überall dort, wo Licht auf die Emulsion trifft, härtet sie aus – nur die Stellen unter dem schwarzen Motiv bleiben weich.
Das ist der aufwendigste Teil des ganzen Prozesses und braucht Geduld – hier passiert die eigentliche Handwerkskunst des Siebdrucks.
6. Ausspülen – das Motiv wird frei
Nach der Belichtung kommt der spannendste Moment: Der Rahmen wird vorsichtig mit Wasser ausgespült.
Die unbelichtete, weiche Emulsion unter dem Motiv löst sich heraus, während der Rest des Gewebes fest und dicht bleibt.
Übrig bleibt eine feine, offene Schablone in exakt der Form der Skizze – erst jetzt sieht man, ob jede Linie sauber sitzt.
7. Einspannen in die Siebdruckmaschine
Die fertige Schablone wird in die Siebdruckmaschine eingespannt und exakt ausgerichtet.
Position und Spannung müssen stimmen, damit das Motiv später mittig und gerade auf dem Shirt landet – bei mehreren Farben oder größeren Stückzahlen macht schon ein Millimeter Abweichung einen Unterschied.
8. Farbe auftragen und aufs Textil drucken
Jetzt kommt die Tinte ins Spiel: Sie wird auf das Sieb gegeben und mit der Rakel gleichmäßig durch die offenen Stellen der Schablone auf das Textil gezogen.
Ein sauberer, kräftiger Zug – und das Motiv, das vor wenigen Tagen noch ein Foto vom Dom war, ist jetzt auf dem Shirt.
Nach dem Trocknen und Fixieren der Tinte ist aus einem Spaziergang durch Speyer ein Unikat zum Anziehen geworden.
Fertig ist das Shirt!
Genau das macht für mich den Unterschied zum Digitaldruck aus: Kein Motiv verlässt die Werkstatt, ohne dass ich es von Hand gezeichnet, belichtet und gedruckt habe. Schaut gerne in unserem Shop vorbei und entdeckt, welche Speyerer Motive gerade den Weg vom Foto aufs Shirt geschafft haben.